Die Stadt Braunschweig erhält in diesem Jahr knapp 1,6 Millionen Euro vom Bund und Land Niedersachsen für die laufenden Städtebaufördergebiete „Bahnstadt“ und „Donauviertel“. Das hat das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen bekannt gegeben.
„Das bedeutet eine große Unterstützung für die Weiterentwicklung und Verschönerung der Stadtteile“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. „Viel Rückenwind für diese wichtigen Großprojekte der Stadtentwicklung.“
Das 82 Hektar große Fördergebiet „Bahnstadt – Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ erhält im Jahr 2026 Fördermittel in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro. Zusammen mit dem städtischen Eigenanteil stehen somit insgesamt rund 1,6 Millionen Euro in 2026 zur Verfügung. Ziel der Förderung ist die Neustrukturierung bislang untergenutzter Flächen durch eine innovative Mischung verschiedener Nutzungen, die Schaffung attraktiver Grün- und Freiräume sowie die Entwicklung zukunftsorientierter Mobilitätsangebote.
Auf diese Weise sollen drohende Funktionsverluste in Stadtquartieren verhindert und bestehende Defizite nachhaltig behoben werden. Mit Einsatz bisheriger Fördermittel konnten bereits die Sanierungen der Tannenberg-, Tilsit- und Masurenstraße finanziert werden. Ebenso flossen Fördermittel in den Abbruch eines Schießstandes an der Ackerstraße. Der Wettbewerb „Urbanes Quartier am Hauptgüterbahnhof“ brachte dank des Einsatzes von Städtebaufördermitteln spannende Ideen für das zukünftige Stadtquartier in der Bahnstadt. In naher Zukunft wird zudem der Neubau eines Spielplatzes im Bebelhof abgeschlossen sein und der Wettbewerb für die Hauptbahnhof-Südseite ausgelobt werden. Auch das Schwammstadtkonzept für die Bahnstadt befindet sich in finaler Erarbeitung. Im Bereich Bebelhof laufen die planungsrechtlichen Vorbereitungen für den Bebauungsplan Schefflerstraße Süd. Zudem soll die Planung für den Brückenschlag Süd, den Lückenschluss des Ringgleises, gestartet werden.
Im Fördergebiet „Soziale Stadt - Donauviertel“, das 2016 in die Städtebauförderung aufgenommen wurde, sind Fördermittel in Höhe von 500.000 Euro bewilligt worden. In Kombination mit den Eigenmitteln der Stadt stehen insgesamt 750.000 Euro in 2026 bereit. Im Donauviertel konnten bereits zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven der Bewohnerinnen und Bewohner umgesetzt werden. Zuletzt wurde die Freifläche unter der Hochspannungsleitung, der Hochspannungspark, fertiggestellt und am Tag der Städtebauförderung mit einem großen Fest offiziell eröffnet.
Eine Parcour-Anlage mit Hindernissen und Kletterfelsen wird zudem am 24. Juni im Wäldchen zwischen der Ludwig-Winter-Straße und dem Queckenberg eröffnet. Neben der Parcour-Aanlage wurde auch der ehemalige Trampelpfad befestigt, so dass die Anwohnerinnen und Anwohner ihn nun barrierefrei und sicher nutzen können.
Das ist noch nicht alles: Im Donauviertel sind bereitsweitere Projekte in der Vorbereitung. In diesem Jahr sind unter anderem die Erneuerung und Erweiterung des Spielplatzes Möhlkamp sowie die Sanierung der Straße An den Gärtnerhöfen vorgesehen. Darüber hinaus entwickeln derzeit vier Planungsbüros städtebauliche Ideenskizzen, wie das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Zobel im Lehmanger 14 neugestaltet werden kann.
Die Fördermittel kommen somit direkt den Bürgerinnen und Bürgern zugute und führen zu spürbaren Verbesserungen in ihrem Wohn- und Lebensumfeld.
Für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt – Westliches Ringgebiet“ wurden keine Fördermittel mehr beantragt, da die maximale Höhe der Städtebaufördermittel bereits vom Land bewilligt wurde. Das Sanierungsverfahren mit der Umsetzung der investiven Maßnahmen endet am 30. Juni 2027. Aktuell befinden sich noch neun Maßnahmen in der Planung oder Umsetzung, unter anderem der Johannes-Selenka-Platz, das neue Mütterzentrum am Westbahnhof, der Wasserlehrpfad am Jödebrunnen sowie die Straßenumgestaltungen Kreuzstraße West/Schüßlerstraße und der Westteil der Ekbertstraße. Insgesamt wurden bzw. werden seit der Aufnahme im Jahr 2001 rund 80 öffentliche Maßnahmen umgesetzt. Die Schlussabrechnung der Gesamtmaßnahme muss bis zum 31. Dezember 2027 bei der NBank vorliegen. Die formelle Aufhebung des aktuell verbliebenen Sanierungsgebietes ist für Ende 2027 / Anfang 2028 geplant.
Der Weg ist frei für eine neue Kindertagesstätte in der Weststadt. Der Verwaltungsausschuss hat gestern das Raumprogramm der künftigen KitaUnstrutstraßebeschlossen. So sollen dringend benötigte Betreuungsplätze in der Weststadt geschaffen werden. Zugleich handelt es sich um ein Pilotprojekt: Die Kita soll in einer seriellen modularen Bauweise errichtet werden. Die Beschaffung übernimmt ein Totalunternehmer. Die Gesamtkosten werden auf eine maximale Summe von 10 Millionen Euro als Festpreisangebot festgelegt. Die entsprechende Ausschreibung soll in Kürze erfolgen.
In der Weststadt besteht ein großer Bedarf an zusätzlichen Kinderbetreuungsplätzen. Im Vergleich zu anderen Stadtbezirken weist der Stadtteil den höchsten Fehlbedarf auf. Laut Kita-Kompass 2025/2026 fehlen 84 Krippen- und 63 Kindergartenplätze. Die Versorgungsquote liegt mit 31,1 Prozent im Krippenbereich und 93,5 Prozent im Kindergartenbereich deutlich unter den städtischen Zielvorgaben von 45 bzw. 102 Prozent.
„Ich freue mich sehr, dass die Politik unseren Plänen für die Schaffung neuer Betreuungsplätze in der Weststadt zugestimmt hat, die dringend benötigt werden. Wir haben eine Lösung gefunden, die den Bedarfen vor Ort, einer modernen Bauweise und den haushälterischen Anforderungen gerecht wird“, sagt Dr. Christina Rentzsch, Dezernentin für Soziales, Schule, Gesundheit und Jugend. „Mit der neuen Kindertagesstätte Unstrutstraße verbessern wir die soziale Infrastruktur und die Voraussetzungen für Familien und Kinder im Stadtteil deutlich.“
Die neue Kita wird Platz für drei Krippengruppen, eine Integrationsgruppe und eine Kindergartengruppe bieten und in direkter Nachbarschaft zu den bestehenden Einrichtungen Ilmenaustraße und Muldeweg errichtet. Dies ermöglicht Synergieeffekte im Kita-Alltag. Die Trägerschaft wird der Caritasverband Braunschweig als Ersatz für die in absehbarer Zeit abgängige Kita St. Kjeld im westlichen Ringgebiet übernehmen. Zusätzlich zu den drei bestehenden Gruppen wird das Platzangebot um zwei Gruppen ergänzt. Baubeginn soll 2028 sein, Fertigstellung 2030.
Das Raumprogramm der neuen Kita orientiert sich an den Vorgaben für Kita-Neubauten und wurde um einen abgeschlossenen Essbereich erweitert. Mit diesem 50 Quadratmeter großen Raum soll den Kindern nicht nur gesunde Ernährung nähergebracht werden, sondern sie sollen auch wichtige Sozial- und Alltagskompetenzen lernen.
Beispiel-Photo eines Sprayparks in Florida (Wikimedia Commons)
Der Wasserspielplatz in der Weststadt ist deutlich in die Jahre gekommen, und das Spielangebot ist teilweise nicht mehr funktionstüchtig. Deshalb soll aus dem Wasserspielplatz mit seinen drei Wasserspielgeräten aus den 1970er Jahren ein moderner Spraypark werden, der neben einem vielfältigen Wasserspielangebot auch weitere Spielgeräte und attraktive Aufenthaltsbereiche umfasst.
Die Gestaltung des geplanten Spielplatzes steht unter dem Thema „Amazonas“, mit Spielgeräten in Form eines Krokodils, eines Flamingos und einer Anakonda, sowie weiteren Elementen wie einem Seerosen-Wipper, blattüberdachten Hängeschaukeln, Spiel- und Klettertieren in Form von Fröschen und Schildkröten und Grashalmbänken. Im Wasserspielbereich soll zukünftig ein breit gefächertes Spielangebot für Erfrischung sorgen. Hier sind sowohl Bodendüsen als auch Wasserspielgeräte mit Wasserspritzen von oben und den Seiten vorgesehen. Dadurch finden sowohl jüngere und vorsichtigere Kinder als auch mutigere Mädchen und Jungen ein entsprechendes sommerliches Spielangebot. Die Investition in kinderreichen Weststadt schafft zugleich einen Bereich, in dem an heißen Sommertagen Abkühlung möglich ist, und trägt so zur Stärkung der Klimaresilienz Braunschweigs bei.
Die Neugestaltung des Wasserspielplatzes wird nach aktueller Schätzung rund 996.000 Euro kosten.
Der Gestaltungsentwurf wurde am 15. Juni 2026 im Stadtbezirksrat 221 vorberaten (Ergebnis: einstimmige Zustimmung unter dem Vorbehalt, dass die eingeplanten Fördermittel tatsächlich freigegeben werden) und lag am 16. Juni dem Umwelt- und Grünflächenausschuss zur Entscheidung vor (ungeändert beschlossen!).
Details und Visualisierungen in Beschlussvorlage 26-28675 unter www.braunschweig.de/ratsinfo.
Weil die Ratsinfo-Seite so unzuverlässig funktioniert hier die Dokumente zum Herunterladen:
Stonehenge oder Parkour, das ist die Frage hier (Konfuzius?)
Im Wäldchen zwischen Ludwig-Winter-Straße und Am Queckenberg, Naherholungsraum im Donauviertel, wird in diesen Tagen eine Freizeitsportanlage mit gestaffelten Hindernissen und Kunstfelsen für Parkour-Lauf und Klettern fertiggestellt. Sie wird in den Naturraum integriert, unter Nutzung vorhandener, über 100 Jahre alter Betonfundamente. Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum eröffnet die Anlage am Mittwoch, 24. Juni, um 15:30 Uhr. Anschließend zeigen Sportlerinnen und Sportler der Parkour-Szene ihr Können. Die Bürgerinnen und Bürger sind zur Eröffnung eingeladen.