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Stadtputz-Epilog 2026

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Gemeinsam für eine unvermüllte Weststadt

Samstag war ich noch mal 1½ h sammeln auf "meinen" Verkehrsinseln. War etwas arg spät in die Puschen gekommen, habe nicht ganz mein Pensum geschafft, wollte dann auch nach Hause, Martina abholen, zum NbZ Belohnungssüppchen genießen. Beim aufgesammelten Müll: Lachgas-Druckbehälter! Ich muss zugeben, ich vergaß, das als Sondermüll zu werten und abzugeben. Hatte das vor einiger Zeit schon mal, nicht ganz unaufwendig! Frankfurter Straße nahm ALBA die Dinger damals jedenfalls nicht an, ich musste nach Watenbüttel fahren ...

Auf der Heimfaht vom Donauknoten zur Lechstraße 58 und von dort durch den Hochspannungspark zum NbZ sah ich nicht einen einzigen Stadtputzsack am Straßenrand stehen. Also eine Massenbewegung scheint mir hier im Viertel der Stadtputz nicht zu sein. Mir begegnete an den Sammeltagen auch nur 1 weiterer Sammler am Samstag Mittag (und der dann auch wieder im NbZ). Gut, die Sammelgebiete werden ja extra abgegrenzt vergeben, damit jeder "sein Revier" hat und viel Sammelgebiet abgedeckt wird, aber ich fuhr ja auch durch andere potentielle Sammelgebiete als "mein gebuchtes Terrain"! Sah heute am Sonntag dann auch noch an vielen altbekannten Müll-Hotspots den üblichen Müll liegen – da war niemand sammeln!

Am NbZ dann eher wenig Sammler•innen, Abfallsammelhaufen durchaus eindrucksvoll, aber dementsprechend dann doch deutlich kleiner als der an der OGS Altmühlstraße.

Der Oberbürgermeister kam auch noch, brachte Würstchen, Obst, Schokolade, ...

Und rief zu einem Photo mit ihm am Abfallsammelhaufen. Martina und ich folgten dem Ruf (so ziemlich als einzige) nicht. Auch, weil uns die Suppe wichtiger war als auf einem Photo zu erscheinen. Aber hauptsächlich als politisches Statement. Wir sind mit der Arbeit des OB sehr unzufrieden!

Aber auch was erfreuliches noch dort. Eine frühere Mitsammlerin sprach mich an. Sie war eine Weile mehr in anderen Stadtteilen unterwegs, möchte sich nun wieder mehr hier in ihrer Heimat, der Weststadt, betätigen. Wir wollen eine lose Gruppe bilden, die sich in wechselnder Zusammensetzung immer wider trifft. Um Müll zu sammeln, aber auch (ich: hauptsächlich!) um das Übel an der Wurzel zu packen und die Sammelei langfristig hoffentlich überflüssig zu machen.

Ich werde die Tage dafür eine Organisations-Basis schaffen.

Na und heute früh im Hochspannungspark:

Manno! War da auf der Bank eine wilde Stadtputz-Abschlussfeier 😏?

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Weststadtputz mit der OGS Altmühlstraße

Am Donnerstag hatte ich schon den Lastenlöwen abgeholt, leider wieder mit einem nicht ganz belanglosen Defekt. Konnte ihn aber trotzdem für meine Donnerstags-Sammelaktion auf den Verkehrsinseln nutzen! Heute war es dann so weit – Sammelaktion mit der 3b und 2habichleidervergessen. Leider war ich dann doch der einzige "Externe Helfer" (neben Lehrerinnen und Müttern), machte aber nichts.

Ich war 10:00 Uhr dort, wir mussten noch das Pausenende abwarten, dann Sammeln im Klassenzimmer. Bis wir losziehen konnten verging noch etwas Zeit, Ihr kennt ja das mit dem "Sack Flöhe hüten ...". Für Verbindung zur 2. Klasse gab ich der Klassenlehrerin noch eben ein Funkgerät, dann zog unser bunter Trupp los.

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Älteres Photo einer Abfallstation in der Weststadt

Die meisten Schüler und Schülerinnen waren mit Feuereifer dabei. Dabei ging es aber nicht nur um's einfache auflesen, sondern auch gleich darum, Probleme grundsätzlich anzugehen. Als ein Trupp mit einem leeren Tetrapack (1,5 l Zitronentee oder so was) ankam, bat ich gleich darum, den nicht so "aufgepustet" in den Sack zu werfen, und so haben sie den Pack erst plattgetreten, ehe er in den Stadtputzsack kam. Ich erwähnte, dass es toll wäre, wenn die Schüler•innen auch Zuhause darauf achten würden ... Vielleicht ja ein weiterer kleiner Schritt, um solche Zustände wie auf dem Photo dargestellt zukünftig zu vermeiden? Schön wär's!

Längere Sammelaktion dann hier in der Naabstraße! Es ist unglaublich, was wir da alles aus dem Gebüsch gefischt haben. Neben Säck-weise üblichen Kleinkram auch einen riesigen Haufen zu große und/oder zu schwere Teile für die Müllsäcke. 4 komplette Autoräder, Glasscheiben, Bretter und ominöse lange Holzteile, einen wohl 5 m langen Alu-Fahnen- oder Wasweißichnichtwas-Mast, ... Haben wir erst mal da aufgeschichtet, wollte ich nach der eigentlichen Stadtputzaktion noch zur Schule bringen.

Nachdem wir da einigermaßen "Klar Schiff gemacht" hatten brachte ich ein paar prallvolle Stadtputzsäcke zur Schule, die anderen zogen weiter. Die Funkverbindung war dann ganz praktisch, um mich wieder zum Sammeltrupp zurückzulotsen.

Auf den letzten Metern war dann die Sammelleidenschaft doch einigermaßen verbraucht, und wir gingen zum Mixmarkt zum "Auf der Mauer Belohnungseisschlecken". So wurde ich dann auch noch ein paar € aus dem Restvermögen der Weststadt-Aktivkasse los.

War geradezu gemütlich!

Dann ging's zurück zur Schule, ich lud noch restlichen gesammelten Müll ab, kurzes "Hallo" zum Abschied, geradezu schon erste Stadtputz-Verabredung für nächstes Jahr! Dann fuhr ich eben nach Hause, Ausrüstung abladen und Becher Buttermilch trinken. Anschließend: den großen Müllhaufen einsammeln und zur Schule bringen.

Das waren dann 3 Fuhren. Und auf der Anfahrt zur letzten wurde ich dann noch in einen Dooring-Unfall verwickelt. Glücklicher Weise fuhr ich wenige Meter vor dem Ziel nur noch gut Schrittgeschwindigkeit, als die Fahrerin des geparkten Wagens vor mir plötzlich die Tür aufriss. Nicht auf mich, sondern nur auf ihre nahende Bekannte achtend. Mir ist beim Sturz nichts passiert, für die Reparatur einer kleinen Schadstelle am Lastenlöwen ließ ich mir (nach gründlicher Inspektion des Lastenrads) 50 € Spende für die Reparatur geben. Werde das mit etwas GFK ausbessern und die 50 € an die Lastenradbetreiber weitergeben.

Ich hatte mit dem Hausmeister der OGS Abladeort für das Sammelgut geklärt, dabei erfahren, dass ALBA noch am Freitag zum Abholen kommen würde, und als ich mit der letzten Fuhre ankam, stand der ALBA-Laster schon dort, Besatzung war beim Aufladen! Uff – gerade noch rechtzeitig! So brauchte ich gar nicht abzuladen, ALBA erledigte das. Aber leider konnte ich natürlich kein Photo vom Gesamt-Müllberg mehr machen.

Die Autoräder wurden nicht mit genommen – Erklärung "Sondermüll". Müssen bei ALBA in der Frankfurter Straße abgegeben werden; kostet nix, wenn ich das richtig verstanden habe. Kriegen wir hin!

Ab nach Hause, schnell noch einen Apfel gegessen und eine Flasche Weizen Alkoholfrei getrunken, und dann ab auf das Sofa zum "wohlverdienten" (bahhh – ich finde diesen Ausdruck furchtbar!) Freitags-Mittags-Nickerchen!

So ganz viel habe ich dann den restlichen Tag nicht mehr geschafft, ich war durchaus ein bisschen groggy!

Aber Spaß gemacht hat's, und ich habe das Gefühl, nicht nur mir, sondern auch den meisten Mitmachern und Mitmacherinnen.

Martina findet ja, sie könne an meinen Beinen erkennen, wie viel Spaß mir das herumtoben draußen gemacht hat. Alsoooo:

Alles klar?

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Hochspannungsparkteilstück wieder zugänglich?!

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Sonnenaufgang im Hochspannungspark

Ich hörte vorhin auf Radio Okerwelle in den Nachrichten aus der Region, dass der wegen der Baumaßnahmen ("Juwel" ...) seit letztem März gesperrte Teilstück des Parks zwischen Donaustraße und Am Lehmanger sei wieder zugänglich. Ich schaue mir das die Tage mal an, wir bekommen ja Radfahrwetter!

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Womöglich öffentlicher Bücherschrank wieder zugänglich?

Wir sind immer wieder mal mit dem Tandem am Bauzaun "gestrandet", weil wir (na gut – ich!) nicht an die Baustelle gedacht hatten. Dass wir die "Wellenbahn" mal mit dem Tandem befahren glaube ich eher nicht. Vielleicht was für die Rikscha von "Radeln ohne Alter" bei der Alerdsstiftung 😉? Aber die Picknickplätze werden wir sicherlich mal ausprobieren.

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Ist ja immer ein Highlight. Und ich bin wie jedes Jahr gespannt ...

Und nun geht es Los!

Dachte ich Sonntag, aber ... – ach was!

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Eigentlich ja schön – siehe rechts!
Aber dann, wenn die Narzissen blühen, geht es wieder los! Hier hinter der OGS Altmühlstraße ist so ein "Illegales-Blumenpflücken-Hotspot". Kinder und Erwachsene gleichermaßen bedienen sich, Pflücken Blumen für die heimische Blumenvase. Oder haben dann doch keine Lust mehr und werfen die eben gepflückten Narzissen einfach wieder weg.

So sieht das dann aus:

Tja, ich dachte, ich hätte vom letzten Jahr Photos der geplünderten Beete, finde aber nichts

Nur welche von "Erntehelfern":

Und nun?

Ist auch wieder nicht so ganz einfach. Zwar sagt die Satzung über die Benutzung der öffentlichen Park- und Grünanlagen ... klar:

(3) In den Park- und Grünanlagen sowie auf Spielflächen ist es untersagt,

  • a) diese zu beschädigen oder zu verändern,
  • b) Pflanzen oder Pflanzenteile zu entnehmen, zu schädigen, zu zerstören oder einzubringen,
  • c) diese mit Kraftfahrzeugen aller Art zu befahren, ...
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Aber das wortwörtlich umsetzen zu wollen wäre vielleicht dann doch etwas weltfremd. Wenn ich im Vorbeigehen 2 Brombeeren nasche entnehme ich Pflanzenteile. Aber Mundraub-Aktionen werden seitens der Stadt BS stillschweigend geduldet, wie ich erfuhr. Wenn sich die "Räuber" an die Mundraub-Regeln halten. Also was denn nun?

Aber auch klar, wenn da jemand einfach seine Weihnachtsbaum-Tanne im Park absägt, das ist definitiv rechtlich verboten – und asozial. Wo läuft denn da die Grenze zwischen den Extremen❓ Klar, ist nun auch kein Weltuntergang, wenn (ganz gelegentlich) mal jemand eine einzelne Narzisse pflückt. Aber wenn das so ausartet, dass hinterher auf so einem Streifen wie oben auf dem Photo gezeigt nur noch einzelne Narzissen statt des "Dickichts" stehen, dann läuft da etwas falsch. Ist wie mit Zigarettenkippen in der Landschaft und vielen anderen Angelegenheiten: Jeder denkt "Ach, meine eine ... macht doch nix". Erst mal nicht ganz falsch, aber wenn (fast) jeder so eine Ausnahme für sich in Anspruch nimmt, wird es fatal.

Ich denke, da muss auf jeden Fall das Bewusstsein der (meisten) Menschen (jeden Alters) geschärft werden

Pädagogik ist nun nicht gerade meine Kernkompetenz, und eigentlich wollte ich schon den ganzen Winter über versuchen, Leute, die da mehr von verstehen, für das Thema zu gewinnen, aber wie das dann immer so geht ... Bisher nullkommanix gemacht. Aber morgen will ich mal loslegen. Die Grundschule, VHS, Jugendumwltpark, Soziale Stadt Donauviertel, Grünflächenamt, Weststadtbekannte, ... Mal sehen, wer sich alles begeistern lässt – für ein paar kleine, aber sichtbare Aktionen. Dabe soll es nicht darum gehen "Verbote durchzusetzen", sondern Achtsamkeit zu wecken, Menschen jeden alters dafür zu begeistern, etwas für sich und alle anderen zu bewahren. Ich bin skeptisch, aber nicht ohne Hoffnung! "Schaun mer mal, dann sehn mer scho." (Konfuzius😉?)


Literatur

  1. Satzung über die Benutzung der öffentlichen Park- und Grünanlagen der Stadt Braunschweig (Park- und Grünanlagensatzung) vom 27. Juni 2023
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